Frauenarztpraxis Dr. Karl SchoberTresen PraxisPraxisgebäude von SüdenSono VolusonWartezimmer neu

Hormonelle Therapie und Zyklusregulation

Optimierung des natürlichen Zyklus

Manchmal geht es auch ohne Hormone. Bei leichteren Zyklusschwankungen und zyklusabhängigen Beschwerden wie beim prämenstruellem Syndrom (PMS) mit Brustspannen, Völlefühl, schweren Beinen, etc., zeigen sich Präparate aus Extrakten des Mönchspfeffers (auch Keuschlamm) oft als erfolgreich.

 

Medikamentöse Behandlung:

Bei der Frau sind eine unzureichende Entwicklung der Eibläschen, ein ausbleibender Eisprung und eine Gelbkörperschwäche häufige Ursachen für Unfruchtbarkeit. Natürlich sollten die hormonellen Störungen bekannt sein, dementsprechend kann mit verschiedenen Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkungsweisen auch behandelt werden.

 

Schilddrüsenfunktionsstörungen: Eine Unterfunktion der Schilddrüse wird durch Einnahme des Schildrüsenhormons, ggf. mit zusätzlicher Jodzufuhr, behandelt. Eine Überfunktion der Schilddrüse sollte am besten in Zusammenarbeit mit einem Arzt für Innere Medizin wieder medikamentös normalisiert werden.

 

Hyperprolaktinämie: Ein Zuviel des Hypophysenhormons Prolaktin - auch durch Medikamente wie v.a. Psychopharmaka und selten durch Tumore der Hirnanhangsdrüse ausgelöst - führt zum Ausbleiben des Eisprungs und zu Zyklusstörungen. Der erhöhte Prolaktinspiegel im Blut kann relativ einfach durch sogenannte Prolaktinhemmer gesenkt werden, so dass es wieder zum Eisprung kommen kann.

Hyperandrogenämie: Auch ein erhöhter Blutspiegel an männlichen Hormonen, sog. Androgene, häufiger bei Übergewicht anzutreffen, kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Neben einer Gewichtsreduktion führt die Behandlung mit geringen Mengen eines Cortisonpräparats zu einer Reduzierung der Androgenproduktion. Nebenwirkungen sind bei der geringen Dosierung dabei nicht zu befürchten.

 

Ovulationsauslöser: Die Follikel- und Eireifung im Eierstock kann auch durch Medikamente stimuliert werden. Clomifen steht dabei am Anfang einer Behandlungskette. Es wird in der Regel vom 5. bis zum 9. Zyklustag eingenommen und führt zu einem Anstieg der Gonadotropinausschüttung aus der Hirnanhangsdrüse. Gonadotropine sind das FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und das LH (Luteinisierendes Hormon). FSH stimuliert das Follikelwachstum im Eierstock. LH löst den Eisprung aus und unterstützt die zweite Zyklushälfte.

 

Gonadotropine: Des weiteren kann durch biotechnisch gewonnene Gonadotropine, die in Form von Injektionen verabreicht werden, die Follikelreifung und der Eisprung direkt ausgelöst werden. Gonadotropine werden vor allem auch dann eingesetzt, wenn die Eierstöcke nicht mit einer ausreichenden Follikelentwicklung auf die Clomifenstimulation reagieren. Dabei sollte der Zyklus sorgfältig durch Ultraschalluntersuchungen und Hormonbestimmungen überwacht werden. Anhand der Follikelentwicklung und der Hormonwerte orientiert sich dann die Dosierung der zu verabreichenden Gonadotropine. Der Eisprung wird durch den Anstieg des luteinisierenden Hormons ausgelöst. Der Zeitpunkt des Eisprungs lässt sich dabei durch die Gabe von HCG (Humanes Choriongonadotropin) vor dem LH-Anstieg „timen". HCG stimuliert den körpereigenen LH-Anstieg. Der Eisprung ist dann etwa 36 Stunden danach zu erwarten. An Nebenwirkungen können ein Überstimulationssyndrom mit Zystenbildungen der Eierstöcke in unterschiedlicher Ausprägung sowie eine erhöhte Rate an Mehrlingsschwangerschaften auftreten.

 

Freisetzungshormon (Gonadotropin-Releasing-Hormon - GnRH): Wenn Ovulationsauslöser nicht ansprechen und die Eierstöcke auf Gonadotropine mit Überstimulation reagieren, dann ist die Gabe des Freisetzungshormons GnRH zu erwägen. Dieses Hormon wird normalerweise im Zwischenhirn gebildet und steuert die Ausschüttung der Gonadotropine FSH und LH aus der Hirnanhangsdrüse. Das GnRH kann dabei nicht in Form von Tabletten oder Injektionen verabreicht werden, sondern muß dem Körper sozusagen als Dauerinfusion mit Hilfe einer computergesteuerten Minipumpe durch eine Verweilkanüle in einer Armvene oder im Unterhautfettgewebe der Bauchdecke bis zum Eisprung zugeführt werden.

 

GnRH-Analoga: Diese analogen Freisetzungshormone werden als Injektion zum einen auch bei der Endometriose-Behandlung eingesetzt. Andererseits können sie auch zur besseren Steuerung des Zyklus verwendet werden. Sie verhindern ein zu frühes Auftreten des Eisprungs und eine vorzeitige Gelbkörperbildung.